Wurmkomposter

Eine gute und gleichzeitig interessante Alternative zum Bokashi Eimer, ist der Wurm- oder auch Vermitkomposter.
Dabei werden die Küchenabfälle von verschiedenen Lebewesen, wie Wümern, Pilzen, Bakterien und Einzellern zersetzt.
Durch den atmungsaktiven Aufbau eines Wurmkomposter, wird das Material gut durchlüftet und unangenehme Gerüche können nicht entstehen.

Die beiden Arten eines Wurmkomposter

Für Gärtner und Stallbesitzer – Der Flachkomposter

Ein Flachkomposter eignet sich zur Aufstellung im Garten. Gerade wenn man große Mengen an organischen Abfällen oder Pferdemist zu Wurmhumus verarbeiten möchte, eignet sich dieser Aufbau.

Dazu wird ein Bereich für den Kompost abgesteckt und mit 60 cm hohen Betonplatten eingefasst. Diese maximale Höhe ist für die Würmer überlebenswichtig, um ein aufheizen des Kompostguts zu verhindern.
Außerdem sollte man den Boden, sowie leicht zugängliche Bereiche gegen Wühlmäuse, Maulwürfe und Vögel sichern.

In der Winterzeit wird der Komposter mit Pappe oder Stroh abgedeckt, um die frostempfindlichen Würmer vor dem Kältetot zu bewahren.

Für Hobbygärtner und Balkonien – Der Ebenenkomposter

Ein Ebenenkomposter besteht im Aufbau aus mehreren Etagen. In den meißten Fällen sind es drei oder vier Etagen, die aber auch, je nach Bedarf erweitert werden können.

Die unterste Etage besteht aus einem Becken, an dem in der Regel auch die Füße montiert sind. In diesem Becken, wird die anfallende Sickerflüssigkeit aus dem Kompost aufgefangen. Mit dem montierten Ablaufhahn kann dieses abgelassen und mit Wasser verdünnt als Dünger verwendet werden.

Nach und nach können die oberen Ebenen mit frischen Kompostabfällen gefüllt werden. Die Böden der einzelnen Ebenen sind durchlöchert, so dass die kleinen Helferlein in die oberen Etagen an frisches Futter kommen können.

Nach 2-3 Monaten haben die Würmer genug Humus hinterlassen, der „geerntet“ werden kann. Entnehmen Sie die untere Etage, geben Sie den Humus in einen Eimer und stapeln Sie die Etage oben auf. In die geleerte Etage wird nun neuer Abfall gegeben.

Auch für innen geeignet – Die Wurmkiste

Eine Wurmkiste ist die schlichteste Variante eines Wurmkomposters. Diese einfache Holzkiste kann über einen Deckel geöffnet und befüllt werden. Unterhalb der Kiste befindet sich ein Sieb und ein Schubfach mit einer kleinen Auffangwanne um das Kompostwasser aufzufangen.

Wurmkisten können, mit ein wenig handwerklichem Geschick, auch selbst gebaut werden.
Dazu nimmt man unbehandelte, preiswerte Holzbretter und baut daraus eine Kiste. Achten Sie darauf, dass die Kiste insgesamt nicht höher als 60 cm ist. Ansonsten steigt die Temperatur in der Wurmkiste zu stark an und schadet den Würmern.


Der Deckel wird mit zwei Scharnieren befestigt. An den Seitenwänden werden ab einer Höhe von 10 cm aufwärts, 3mm starke Löcher gebohrt.
Auch der Boden wird mit mehreren, 3mm Bohrungen versehen. Diese Bohrungen dienen der Durchlüftung und dem Absickern des Kompostsaftes.

Jetzt wird die Fertige Kiste über eine Auffangwanne gestellt, so das dorthinein das Kompostwasser tropfen kann.

Beim Befüllen wird so lange gewartet, bis ein Teil des Komposts bereits verwertet ist. Anschließend wird dieser auf eine Seite geschoben und neuer Abfall auf die leere Seite gegeben. Wollen Sie den Humus entnehmen, feuchten Sie ihn nicht mehr an. Die Würmer entfernen sich aus diesem Teil der Kiste und der Humus wird entnommen.

Einen Wurmkomposter einrichten

Der richtige Standort

Wenn es der Standort eines Flachkomposters hergibt, sollte man darauf achten, dass dieser wenigstens im Teilschatten liegt. Zuviel UV-Licht und Sonneneinstrahlung, könnte das Wachstum hemmen oder den Kompost zu sehr aufheizen.

Da ist der geeignete Standort eines Ebenenkomposters oder der Wurmkiste schon einfacher zu finden.
Um extreme Temperaturschwankungen in dem Komposter zu vermeiden, stellen Sie diesen an einem kühlen, schattigen Ort auf. Dazu eignet sich der Keller, die Garage oder ein vor Sonneneinstrahlung geschützter Bereich auf dem Balkon. Hier empfiehlt es sich mit einem Geruchshemmenden Abfalleimer zu arbeiten. Dieser bleibt in der Küche stehen und wird hin und wieder auf dem Wurmkomposter entleert.

Es ist auch möglich einen Wurmkomposter direkt in die Küche zu stellen. Hierbei sollte man beobachten ob die Würmer entkommen und gegebenenfalls den Komposter abdichten oder den Standort wechseln.
Hier haben Anwender der Wurmkiste gute Erfahrungen gemacht.

Der Einzug der Bewohner

Bevor die fleißigen Würmer einziehen, wird der Komposter noch prepariert.
Geben Sie in die unterste Ebene oder auf den Boden der Wurmkiste, eingeweichte Wellpappe– oder Papierreste. Auch aufgeweichte Eierkartons eignen sich hierfür.

Damit der Boden gut durchlüftet wird, kommt als nächstes ein wenig Heu oder Stroh. Abschließend kommt eine 2-3 cm starke Schicht Erde darauf, die anschließend gut gewässert wird.

Der Komposter ist nun Bezugsfertig.
Für den Wurmkomposter eignen sich Kompostwürmer mit dem Namen „Eisenia fetida„. Dies sind die am häufigsten vorkommenen und eigesetzten Kompostwürmer.
Aber auch Tiere mit dem Namen „Eisenia andrei„, „Eisenia hortensis“ oder der Tauwurm „Lumbricus terrestris„, bei uns besser bekannt als der gemeine Regenwurm, werden in Wurmkompostern eingesetzt.

Die Tiere werden in Wurmfarmen gezüchtet und dürfen ohne schlechtes Gewissen im Internet bezogen werden. Sie werden in kleinen Boxen oder Säckchen mit Erde verpackt und reisen dann zu ihrem Bestimmungsort.
Wollen Sie einen Komposter einrichten, brauchen Sie 500 Gramm Würmer.

Vier Faktoren für einen gesunden Wurmkomposter

Temperatur

Die optimale Temperatur für alle Kompostbewohner, nicht nur der Würmer, liegt bei ca. 20°C. In diesem Temperaturbereich, ist die Aktivität der zahlreichen Lebewesen und Mikroorganismen in einem Komposter am höchsten.
Das entspricht einer normalen Zimmertemperatur und ist daher, ohne großen zusätzlichen Aufwand, gut einzuhalten. Auch deshalb sollten Sie gut abwegen, an welchen Ort Sie Ihren Wurmkomposter stellen.

Feuchtigkeit

Ein Wurmkomposter muss dauerhaft feucht gehalten werden. Alle Bewohner des Komposters brauchen ein feuchtes Mileu um sich wohlzufühlen und fortbewegen zu können.

Aus diesem Grund wird auf jede neue Schicht, des zu kompostierenden Materials, eine dünne Schicht Erde gegeben. Um die Feuchtigkeit aufrecht zu halten, wird der Kompost mit einer Hanfmatte abgedeckt. Dies verhindert das abtrocknen der obersten Kompostschicht.
Außerdem ist die Hanfmatte wasserdurchlässig und wird alle zwei Tage mit Wasser, gut angefeuchtet.

Dieses Vorgehen sorgt nicht nur für eine andauernde Feuchtigkeit im Komposter, sondern verhindert auch das vermehrte auftreten von Tau- oder Fruchtfliegen.

PH-Wert

Durch das verrottende Material im Komposter, kann der PH-Wert absinken und damit übersäuern. Der optimale PH-Wert für die Kompostbewohner, liegt zwischen 5 und 7.
Der PH-Wert muss deshalb regelmäßig, mit einem Testkit kontrolliert werden.
Ist der PH-Wert zu niedrig, wird Kalk in den Komposter gegeben um den PH-Wert wieder zu normalisieren.

Fütterung

Nach dem Einzug, sollte man den Würmern noch Zeit zur Eingewöhnung lassen und sie einmal pro Woche mit Obst und Gemüseresten füttern.
Mit der Zeit werden sie sich vermehren und schaffen so mehr als einen Liter Abfall in der Woche.

Um die Zersetzung und Verdauung der Abfälle zu unterstützen, geben Sie die Abfälle zerkleinert und angefeuchtet auf den Wurmkompost. Einmal im Monat werden auch feuchte Zeitungspapierreste, Pappe oder Heu in den Komposter gegeben.
Heben Sie den neuen Abfall immer vorsichtig unter ein wenig Erde. Dadurch gelangen die Würmer leichter an ihr Futter und Sie halten lästige Bewohner wie Fruchtfliegen fern.

Was darf in den Wurmkomposter und was nicht?

Beim Zubereiten von Speisen in der Küche, fällt genug an Abfall an.
Doch nicht alles davon darf in den Wurmkomposter, da es den Bewohnern schaden könnte.

Wurmkomposter Gemüse
Gemüsereste sind auf dem Wurmkomposter gern gesehen

Grünabfälle

Obst– und Gemüsereste, sowie das Grün, können Sie in der Regel auf den Kompost geben. Achten Sie darauf, dass diese weder von Schädlingen befallen, noch mit Pestiziden behandelt wurden. Dies ist oft bei Bananenschalen der Fall.
Saure Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, dürfen nur sporadisch auf den Kompost gegeben werden.
Unbehandelte Blätter von Balkon oder Zimmerpflanzen, dürfen ebenfalls im Komposter entsorgt werden, solange diese keine etherischen Öle enthalten.

Eierschalen

Gemörserte Eierschalen dürfen und sollten auf den Wurmkompost. Gemörsert sollten sie deshalb sein, da sie zu 90% aus Kalk bestehen und sich nicht auflösen. Der Kalk in den Eierschalen trägt außerdem zu einem gesunden Mileu im Wurmkompost bei.

Kaffee und Tee

Ungebleichte Kaffeefilter können Sie mit dem Kaffee auf den Komposter geben. Bei den meisten Teebeuteln wird mittlerweile auf die Metallklammer verzichtet. Daher können Sie diesen ebenfalls, ohne Bedenken dazu geben.

Papier

Da der Wurmkomposter bereits mit Papier eingerichtet wurde, ist dies natürlich kein Problem. Damit kommt frisches Fasermaterial für die Bewohner in den Kompost.
Achten Sie nur darauf, dass kein Kunststoffanteil im Papier enthalten ist. Auch auf Bunt– und Glanzdruck muss man achten, denn dieser hat ebenfalls nichts im Wurmkomposter zu suchen.
Weichen Sie Papier und Pappe immer einen Tag im Wasser ein und drücken ihn leicht aus. Erst danach in den Komposter geben.

Das darf nicht in den Wurmkomposter

Ähnlich wie bei dem Bokashi Eimer, sollte man auf tierische Reste im Wurmkomposter verzichten. Dazu zählen Fleisch– und Fischreste, Milchprodukte wie Käse sowie Knochen und Fett.
Gekochte Lebensmittelreste sind oft stark gewürzt und haben aus diesem Grund nichts im Komposter verloren.
Sollten Sie einen Kamin im Haus haben, entsorgen Sie bitte die abgekühlte Asche im Hausmüll und nicht auf dem Wurmkomposter. In den Hausmüll gehört außerdem Haustierkot und Katzenstreu.

Kräuter und Pflanzen mit etherischen Ölen, gehören nicht in einen Wurmkomposter. Die Öle sind für die Würmer giftig.
Dazu gehören Kräuter wie Thymian, Lorbeer, Melisse oder Salbei. Auch Pflanzen wie Lavendel, Eukalyptus oder Nadelhölzer enthalten viele etherische Öle und sind reines Gift für die Nützlinge.

Für den Flachkomposter gilt das gleiche, mit einer Ausnahme. Hier können Sie Pferde- und Kuhmist entsorgen. Allerdings sollte dieser kalt und trocken sein.
Frischer Mist in großen Mengen, führt zu einem aufheizen des Kompostguts und damit zum absterben der Würmer.